[Rezension] Cat & Cole #1 – Die letzte Generation

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von Emily Suvada

Originaltitel: This Mortal Coil
Originalverlag: Simon Pulse, 2017
Übersetzt von Vanessa Lamatsch

Erscheinungstermin: 19. Juni 2018
Klappenbrochur mit Strukturlack,
480 Seiten, ab 14 Jahren, 136 x 205 mm

ISBN: 978-3-522-50559-8
€ (D) 17,00 | € (A) 17,50
ebook € (D) 12,99

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: Planet!


die Autorin: 

Emily Suvada wurde in Australien geboren, wo sie einen Abschluss in Mathematik gemacht hat. Wenn sie nicht gerade Algorithmen entwickelt oder sich dem Schreiben widmet, findet man sie beim Wandern, Fahrradfahren oder bei chemischen Experimenten in ihrer Küche. Im Moment lebt sie zusammen mit ihrem Ehemann in Portland, Oregon.

Klappentext:

„1 Milliarde Leben am Abgrund. 2 Menschen, die sie retten können. 1 Geheimnis, versteckt in ihrer DNA.

Krankheiten, Schönheitsmakel, körperliche Einschränkungen: von der Erde gelöscht! Mensch und Technik sind verschmolzen, jeder trägt ein Panel in sich, das den eigenen Körper perfektioniert. Fast! Eine mörderische Seuche ist ausgebrochen, und nur eine einzige Person auf der Welt ist fähig, den Impfstoff zu entschlüsseln – Catarina Agatta.
Gemeinsam mit Cole, dessen Körper gentechnisch verändert wurde, kommt die geniale Hackerin Cat einer Wahrheit näher, die grausamer ist als jedes tödliche Virus!“

Zitate:

„Die Natur hat eine Seuche als zweiseitiges Schwert geschaffen: Entweder sie nimmt dein Leben, oder sie nimmt dir deine Menschlichkeit.“ Seite 15

„Das Leben ist die Mühe nur wert, wenn es Leute gibt, die sich umeinander kümmern.“ Seite 50

Meinung:

Eine grausame Seuche hat die Erde heimgesucht. Seit zwei Jahren ist das Leben auf der Oberfläche ein täglicher Kampf ums Überleben.
So auch für Cat, die seit der Entführung ihres Vaters und ihres Freundes Dax durch Cartaxus alleine ist. Und dennoch schlägt sie sich eigentlich tapfer, bis die Seuche scheinbar mutiert und somit NOCH gefährlicher wird und plötzlich Cartaxus auch bei ihr auftaucht, um sie zu verfolgen.
Das ist der Startschuss für eine rasante Jagd, die dem Leser starke Nerven abverlangt.

Wow, ich muss zugeben, dass ich echt geflasht bin!
Nicht nur, dass Emily Suvada ein wirklich phänomenales Setting, basierend auf kreativen und faszinierenden Ideen entstehen lässt, sie macht dies auch in einer für mich doch recht unerwarteten Art!
Aber eins nach dem anderen…

In Cats Welt, hat jeder Mensch ein Gentech-Panel, das bei der Geburt in den Körper eingepflanzt wird und sozusagen mitwächst. Es lassen sich Apps installieren, zum Beispiel um Optik, Stärke oder Ähnliches zu beeinflussen, aber auch medizinische Maßnahmen lassen sich damit umsetzen. Leider geht das bei Cat jedoch nicht, da sie allergisch auf die zugehörigen Nanobots ist.
Dafür ist sie sowohl eine gute Hackerin als auch Coderin, die ihr Wissen gerne einsetzt, um den Menschen zu helfen.
Das ist jedoch noch nicht alles, was dem Umfeld Leben einhaucht. Es gibt zum Beispiel nachwachsende Fensterscheiben, etc. und nicht zu vergessen, die Seuche selbst natürlich! Sie verbreitet sich dadurch, dass die Infizierten explodieren und in rosa Nebelwolken aufgehen, die sich dann über die Luft weiter übertragen. Eine beängstigende Vorstellung, oder???
Und das ist bei weitem noch nicht das Schlimmste oder Brutalste, was uns beim Lesen begegnet. Das bringt mich zu dem, oben bereits erwähnten, „unerwarteten“ Aspekt.
Nicht nur, dass die Story durch das Coden, Hacken usw. stellenweise auf eine nerdige Weise recht technisch wird, sie ist in vielen Teilen auch ziemlich blutig und grausam.
Ich muss zugeben, dass ich diese beiden Details nach dem pinken Cover und einer weiblichen Autorin nicht erwartet hatte. Aber ich muss ebenso zugeben, dass das genau DAS ist, was für mich zu einem derartigen Seuchenszenario passt. Ich halte es für absolut stimmig und gelungen!

Hinzu kommt der für mich wirklich erwähnenswerte Spannungsverlauf. Die Geschichte beginnt eigentlich schon recht fesselnd, wird jedoch relativ schnell von Seite zu Seite rasanter und unerwarteter. Die Autorin hat es geschafft, auf knapp 500 Seiten so viele Überraschungen und Wendungen einfließen zu lassen, dass für mich zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam. Ganz im Gegenteil!
Jedoch schafft sie dies nicht nur allein durch geschickte Ideen und Manöver, sondern auch durch die einfließenden Charaktere und Entwicklungen. Wir begegnen Geheimnissen und ungeheuerlichen Wahrheiten, sodass man irgendwann selbst als Leser nicht mehr weiß, was oder wem man noch glauben oder gar vertrauen soll!

Für mich ist „die letzte Generation“ eine absolut gelungene, fesselnde und vor allem atmosphärische Dystopie, voller Action, Überraschungen aber auch Gefühlen in einer sterbenden und verlogenen Welt.
Eine Welt, die unsere ethischen Grenzen weit, weit überschreitet und so, neben dem unterhaltsamen Aspekt, auch zum Nachdenken anregt.
Sagen wir es mal so: wenn es eine App für glatte Haut gäbe, würdet ihr sie euch herunterladen?
Und das ist nur ein kleiner Punkt, der beim Lesen nachdenklich macht, ihr werdet auf weitaus empörendere stoßen!

3 KOMMENTARE

  1. Hallo Jacqueline,
    ahhh, das klingt nach einem Buch genau (!) nach meinem Geschmack. Erstmal das Zukunftsszenario mit dem Gentech-Panel und den installierten Apps oder die Idee mit den nachwachsenden Fensterscheiben (wie genial ist das denn? Muss man dann nicht mehr putzen?!) finde ich schon mal richtig interessant. Aber auch die Sache mit der Seuche spricht mich total an. Das klingt nach Spannung auf jeder Seite. Das Buch kommt gleich mal auf die Wunschliste :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • Huhu Tanja,

      stimmt, an das Putzen hatte ich gar nicht gedacht… Vermutlich sind sie auch noch selbstreinigend 😉
      Ja, ich stehe auch unheimlich auf diese technisch angehauchten Dystopien. Ich bin ja auch fest davon überzeugt, dass uns früher oder später eine Seuche bevorstehen wird, ok, vielleicht nicht diese, aber dann sind solche Bücher ja quasi Bildung und Vorbereitung! Sollte man sich nicht entgehen lassen 😀 😀

      Ganz liebe Grüße,
      Jacqueline

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