[Rezension] Elektrische Fische

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von Susan Kreller

Erscheinungstermin: 31. Oktober 2019
Hardcover,
192 Seiten,
ab 12 Jahren;

ISBN: 978-3-551-58404-5
€ (D) 15,00 | € (A) 15,50
Susan Kreller € (D) 10,99

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: Carlsen


 

 

die Autorin: 

Susan Kreller, 1977 in Plauen geboren, studierte Germanistik und Anglistik und promovierte über deutsche Übersetzungen englischsprachiger Kinderlyrik. Sie lebt mit ihrer Familie in Bielefeld und arbeitet als freie Journalistin und Autorin. Susan Kreller ist Gewinnerin des Kranichsteiner Literaturstipendiums, wurde bereits dreimal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und hat ihn 2015 für ihren Roman »Schneeriese« gewonnen.

Klappentext:

„Emma muss mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern von Dublin nach Mecklenburg-Vorpommern ziehen. Sie vermisst Irland, den Atlantik, die irischen Großeltern. Nicht mal die Ostsee kann sie trösten. Emma will nur eins: schleunigst nach Dublin zurückkehren. Levin aus ihrer neuen Klasse, der selbst große Sorgen hat, bietet ihr seine Hilfe an, scheint aber irgendwann gar nicht mehr zu wollen, dass sie wieder fortgeht. Und auch Emma beginnt allmählich an dem Fluchtplan zu zweifeln … “

Meinung:

Aus dem gewohnten Umfeld und Freundeskreis entrissen, muss Emma mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern ein neues Leben in Deutschland, fernab ihrer Heimat und Wurzeln in Dublin, beginnen.
Und obwohl sie ihren alkoholkranken Vater nicht vermisst, frisst sie das Heimweh beinahe auf. Doch das soll nicht das größte Problem gewesen sein, dem sie im Laufe der Geschichte begegnet.

Was mir als erstes ins Auge stach, war der Schreibstil. Susan Kreller schreibt bildhaft, mit etwas gehobenerer Ausdrucksweise, spielt mit Metaphern, Wortspielen und ähnlichem – jedoch ohne abgehoben oder schwergängig zu sein. Man kann beim Lesen das Herzblut spüren, das in diesen Zeilen steckt, denn man lebt die Emotionen geradezu! Und das sind einige, denn im Gegensatz zu dem was man als Leser vielleicht erwarten mag, handelt diese Geschichte nicht von einem Teenie mit Heimweh und dessen ersten Liebe. Ok, ein bisschen trifft das schon zu, aber eben nur bedingt.
Die aufgegriffenen Themen sind vielfältig und zumeist sehr ernst. So entsteht in Summe ein nachdenkliches Werk, das viel mehr ist, als nur ein Jugendbuch. Trauer, Einsamkeit, Depression, Krankheit aber auch Freundschaft und Hoffnung begegnet uns, lässt uns mitfiebern und tief ins Geschehen eintauchen.

Ungewohnt war für mich, die beiden Geschwister sowie die Mutter sehr wohl regelmäßig zu thematisieren, jedoch gleichzeitig komplett an deren Oberfläche zu bleiben. Das war zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig und ich denke, man hätte -auch wenn es mich final nicht gestört hat- an der Stelle ein bisschen mehr rausholen können. Aber noch interessanter wäre das für mich bei Levin gewesen, der mir als Charakter zwar richtig gut gefallen hat, aber ein bisschen mehr Farbe vertragen hätte. Von ihm hätte ich definitiv gerne mehr erfahren!

Was den Verlauf und den Ideenreichtum der Geschehnisse betrifft, findet man als Leser eine gelungene Mischung vor. Auch wenn ein paar Wendungen etwas zu erahnen waren, kam doch der Großteil überraschend und konnte somit gut unterhalten. Vor allem da die Story, in kurze Kapitel verpackt und abwechslungsreich, keinerlei Langeweile oder Geradlinigkeit aufkommen lässt.
Aber mein absolutes Highlights waren die Beschreibung der irischen Eigenarten, die ich sehr getroffen finde! Wobei man klar dazu sagen muss, dass auch die Deutschen für die ein oder andere Skurrilität herhalten müssen. Eine schöne Auflockerung der oftmals doch ernsteren Thematik.

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