[Rezension] Fische, die auf Bäume klettern

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von Sebastian Fitzek

Erscheinungstermin: 20. März 2019
Hardcover,
256 Seiten,

ISBN: 978-3-426-27782-9
€ (D) 18,00
ebook € (D) 12,99

 

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: Droemer


 

 

der Autor: 

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie“(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Klappentext:

„Bestsellerautor Sebastian Fitzek stellt sich in diesem Buch den existentiellen Fragen: Was zählt im Leben? Wie findet man sein Glück? Welche Lebensziele sind richtig? Was lernt man aus Niederlagen? Und wie geht man mit seinen Mitmenschen um? In spannenden persönlichen Episoden erzählt er, was im Leben wichtig ist und wie ein glücklicher Lebensweg gelingen kann.
Inspiriert wurde Sebastian Fitzek zu diesem Buch durch seine Rolle als Vater – und die Frage, was er seinen Kindern für das Leben mitgeben würde, wenn ihm nicht mehr viel Zeit bliebe. Und so ist „Fische, die auf Bäume klettern“ das sehr persönliches Vermächtnis eines Vaters an seine noch jungen Kinder – und ein Buch für alle, die Halt suchen und sich der Werte, die ihnen wichtig sind, vergewissern möchten.“

Meinung:

Normalerweise lese ich ja eher die Thriller von Sebastian Fitzek -und das immer wieder mit großem Genuss-, aber ein Buch mit Tipps für´s Leben war mir jetzt gänzlich neu. Da versteht es sich von selbst, dass ich wissen muss, wie der Autor das so umsetzt.

Genau genommen ist dieses Buch in erster Linie ja eher ein Richtungsweiser für seine Kinder. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass das Leben wesentlich leichter und angenehmer wäre, wenn sich mehr Menschen daran halten würden.
Er spricht sowohl über den Umgang miteinander – von Toleranz, Akzeptanz und generell Umgangsformen, als auch über Hindernisse wie die sogenannten „Arschlöcher“ und „Schwellenhüter“. Man kennt das ja :o) Gerade bei diesem Abschnitt habe ich viel gelacht und muss sagen, dass Sebastian Fitzek mir hier ein Stück weit aus der Seele gesprochen hat.
Ich kenne diese Art von Personen unter der Bezeichnung „toxische Menschen“ und kann selbst nur dringend empfehlen, sie so gut zu meiden, wie man kann. Ich selbst versuche gerade konsequent umzusetzen, diese aus meinem Leben zu verbannen. Letzten Endes bringen sie einem nichts außer schlechten Schwingungen und Unzufriedenheit. Nicht jedoch zu verwechseln mit Menschen, die konstruktive Kritik üben. Diese ist natürlich wichtig und vor allem hilfreich, wenn sie von wohlgesonnenen Menschen kommen!
Aber Personen, die einen ausbremsen oder prinzipiell alles für blöd halten, was man macht, ziehen einen nur runter und kosten wertvolle Lebensenergie und -qualität!

Gleichzeitig legt er großes Augenmerk auf die Selbstliebe, -verwirklichung, das Erfüllen eigener Wünsche, Träume und das Ausleben von Neugier und Entdeckungsdrang. Speziell den Teil der Gestaltung des eigenen Lebens, um es glücklicher werden zu lassen, erfüllter und zufriedener fand ich klasse, denn natürlich stimme ich zu: man hat nur ein Leben und das sollte man nicht vergeuden, indem man etwas tut, das einen unglücklich macht, oder indem man durchgehend versucht, es anderen recht zu machen. Allerdings legt er im selben Atemzug auch sinnvolle Richtlinien fest, an die man sich halten sollte. Nämlich sich selbst nicht gesundheitlich zu schädigen, keine Straftaten zu begehen und anderen nicht zu schaden! Wichtige Details, auf jeden Fall!

Leider gibt es hier jedoch einen Punkt indem ich Herrn Fitzek zwar nicht widersprechen will, denn im Grunde hat er ja Recht! Aber dennoch kann man (oder zumindest ich) ihn nicht ganz so schwarz-weiß sehen.

SELBSTVERSTÄNDLICH sollte man kein Leben leben, dass einen nicht erfüllt. Wir erfahren, dass der Autor studiert hat, dies aber nicht das Richtige für ihn war. Und auch in seinem Freundeskreis finden sich einige Beispiele -darunter auch bekannte- von Menschen, die ins kalte Wasser gesprungen, sich beruflich völlig neu orientiert haben und für die es die beste Entscheidung ihres Lebens war. Ich könnte mir vorstellen, dass es vielen Menschen so geht, dass sie heute mit – sagen wir mal 40 – denken, dass sie sich mit 16 für etwas anderes hätten entscheiden sollen. Oder sie haben es vielleicht damals bereits gewusst, konnten den Weg jedoch nicht einschlagen. Man kann diese Aussage meiner Meinung nach nicht so pauschal betrachten.
Die Gründe dafür? Mannigfaltig! Fehlender Mut, zu viel Verantwortung für andere Menschen um alles zu riskieren, oder auch einfach nur der schnöde Mammon… Fakt ist, dass leider nicht jeder seinen Wunsch umsetzen kann und sei es nur deshalb, weil das Elternhaus sich vielleicht kein Studium leisten konnte – geschweige denn zwei…
Mutig sein ist toll, ich bewundere das ungemein! Nur sehe ich eben die Möglichkeit, dass zum Beispiel ein Kind aus einer Familie, die immer jeden Cent zweimal umdrehen musste, diese Existenzangst nie ganz ablegen wird – selbst, wenn es später gut verdienen sollte. Der Schritt alles für seinen Traum zu riskieren ist löblich und bewundernswert, keine Frage! Aber es wird leider immer Menschen geben, denen einfach auch der monetäre Background fehlt. Und zum Pokern benötigt man nun mal Einsatz 😉

Alles in allem ist „Fische die auf Bäume klettern“ wohl ein sehr persönliches Werk, in dem Hr. Fitzek auch mal über sich selbst lacht, was ihn mir sehr sympathisch macht! Denn über sich selbst lachen ist wichtig! Selbst- und sozialkritisch, charmant und stilistisch wirklich sehr gelungen, liefert er uns eine kleine Lebenshilfe, die mir beim Lesen viel Freude bereitet hat und von der ich mir wünschen würde, dass mehr Leute sie zumindest in großen Teilen berücksichtigen und „leben“ würden.

Und falls Sie das hier lesen sollten Herr Fitzek: Wenn Sie mal wieder jemand Fremdes für ein Kennenlernen benötigen sollten, dann jederzeit gerne melden! Vorausgesetzt, es wäre auf einem Depeche Mode Konzert 😉 (ja, ähm, Entschuldigung… Aber mit DM kann man bei mir einfach punkten…)

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