[Rezension] Sonne, Moon und Sterne

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von Lara Schützsack

Erscheinungstermin: 27. Februar 2019
Hardcover,
240 Seiten,
ab 10 Jahren;

ISBN: 978-3-7373-5622-0
€ (D) 14,00 | € (A) 14,40
ebook € (D) 12,99

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: FISCHER Sauerländer


 

 

die Autorin: 

Lara Schützsack, geboren 1981 in Hamburg, studierte Germanistik, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften sowie Amerikanische Literatur und Kultur an der Universität Potsdam. Es folgte ein Drehbuchstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Lara Schützsack lebt und arbeitet als Autorin und Musikberaterin in Berlin. Ihr erster Film ›Draußen ist Sommer‹ lief 2013 in den Kinos.

Klappentext:

„Warum die elfjährige Gustav ›Gustav‹ genannt wird, weiß niemand so genau, es ist für diese Geschichte aber auch nicht so wichtig. Der Sommer steht vor der Tür, und Gustavs Eltern haben den Familienurlaub in Dänemark abgesagt. Sie haben nämlich Midlife-Crisis (das ist Pubertät für Eltern) und brauchen Abstand. Zu allem Überfluss bekommt Gustav Busen, und wie bitteschön soll man mit zwei Erbsen auf der Brust ins Freibad gehen, als wäre alles wie immer? Gustav spürt, dass dieser Sommer das Ende von vielem Vertrauten ist – und der Anfang von allem!

Zart, poetisch und liebevoll schreibt Lara Schützsack von den winzigen Verschiebungen, die das Erwachsenwerden mit sich bringen, und die manchmal, vollkommen unbemerkt, ein kleines Erdbeben auslösen können.“

Meinung:

Der 11-jährigen Gustav -nur der liebe Gott kann sich daran erinnern, wie sie zu diesem Namen kam- stehen nicht nur bald die nächsten Sommerferien bevor, sondern auch der 12. Geburtstag. Eigentlich ist das schön – sollte man zumindest meinen. Doch in diesem Jahr ist irgendwie alles anders. Aber vielleicht kann ja der „schrullige“ Neue in der Klasse, Moon, mit seiner Glitzerleggins ja etwas daran ändern??

Wie ihr wisst, lese ich in der Regel ja eher weniger Kinderbücher, aber dieses habe ich wärmstens empfohlen bekommen und die Klappe klang so süß, da konnte ich einfach nicht „Nein“ sagen…
Für mich klang Gustavs Geschichte nach einer niedlichen Sommerlektüre voller Emotionen und den Tücken des Erwachsenwerdens. Hierzu muss ich jedoch sagen, dass diese Beschreibung „Sonne, Moon und Sterne“ nur mitnichten gerecht wird.

Zum einen ist dieses Buch keine reine witzige Sommer- und Teeniegeschichte. Ich meine klar beschäftigen wir uns mit nervigen, pubertierenden Schwestern, besten Freundinnen, die plötzlich Jungs interessant finden (IIIIEEEHHH) und Eltern in der Erwachsenenpubertät.
Hinzu kommt ein in die Jahre gekommener Hund, der eigentlich Gustavs einziger Rückhalt ist, bis eben da der Neue auftaucht. Klingt süß? Isses auch!
Zum anderen schafft die Autorin es eben auch, sehr ernste Themen einfließen zu lassen. Depressionen, Andersartigkeit und ja, leider auch das Thema Tod begegnet Gustav und somit auch uns. Was lockerflockig begann hat für mich damit geendet, dass ich mit Schniefnase und Heulaugen ins Bett gegangen bin, wobei nicht mal mein Mann sich mehr getraut hat nachzufragen. Und das will echt was heißen!
Natürlich muss man im Gegenzug auch sagen, dass es sich natürlich dennoch um ein Kinderbuch handelt. Da darf man sich nicht wundern, dass sowohl Eltern, als auch Geschwister für mich als Erwachsene überzeichnet und stereotyp wirken. Andererseits meine ich mich zu erinnern, dass ich das in Gustavs Alter auch so ähnlich empfunden habe. Hand aufs Herz, wer fand seine Geschwister nicht anstrengend und meganervig? 😉 Und auch das Thema Depression wird nicht soooo vertieft und an ein oder zwei Stellen auch ein bisschen „weichgezeichnet“, sodass ein Kind das auch gut lesen kann.

Was mir persönlich zudem sehr gut gefallen hat, ist das Thema „Hundeliebe“. Gustav redet mit Sand über jede Herzensangelegenheit. Und wenn es ihr schlecht geht, ist so eine Hundeschmuseeinheit ihr Balsam für die Seele. Jetzt bin ich schon mein Leben lang immer ein „Hundemensch“ gewesen, dementsprechend groß war mein Einfühlungsvermögen und meine Erinnerungen an unseren geliebten Hund, der uns leider vor ein paar Jahren verlassen hat. Für mich steht außer Frage, dass sie die besten Seelentröster der Welt sind, insofern hat mich ihre gemeinsame Geschichte schon besonders berührt.

Für mich ist „Sonne, Moon und Sterne“ ein wirklich tolles und warmherziges Kinderbuch, das eben mehr kann, als nur eine süße Geschichte zu sein. Da kann man für meinen Geschmack auch als Erwachsener gerne zugreifen!

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