[Rezension] Dark Run

0
146

von Mike Brooks

Originaltitel: Dark Run
Originalverlag: Del Rey, 2015
übersetzt von Simon Weinert

Erscheinungstermin: 02. Mai 2018
Klappenbroschur,
432 Seiten,

ISBN: 978-3-426-52208-0
D: 14,99 € | A: 15,50 €
ebook D: 12,99 €

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: Knaur TB


Klappentext:

„Eigentlich hat Ichabod Drift, Captain des Raumfrachters Keiko, kein Problem mit Aufträgen, die sich am Rande der Legalität bewegen – oder auch darüber hinausgehen. Mit seiner eingeschworenen Crew aus Schmugglern, Glücksrittern und Abenteurern hat er schon so manchen Coup gelandet. Dass sein neuer Auftraggeber ihn erpresst, schmeckt Ichabod allerdings gar nicht. Und dass er nicht das Geringste über die Ladung wissen darf, die er auf die Erde schmuggeln soll, riecht nach Ärger. Wie groß die Gefahr allerdings nicht nur für das Schiff, sondern für den ganzen blauen Planeten wird, ahnt allerdings noch niemand auf der Keiko …“

Zitat:

„Mindestens ein Dutzend Waffen unterschiedlicher Kaliber, aber ungefähr derselben Tödlichkeit ruckten hoch und wurden geradewegs auf Drift gerichtet, was weder einen positiven Einfluss auf seine Gelassenheit noch auf seine Transpiration hatte.“ Seite 16 

Meinung:

Ichabod Drift und seine Crew der Keiko, leben ein eher gefährliches Leben. Mit dem Gesetz nehmen sie es nicht wirklich sooooo genau, wenn es sich monetär rechnet, kann man da auch schon mal ein Auge zudrücken, oder?
Sie sind eigentlich ein eingespieltes Team, das sich vertraut – ok, soweit das bei Dieben, Schmugglern, usw. eben möglich ist. Doch plötzlich holen Drift die Schatten der Vergangenheit ein und er ist gezwungen, sie alle in Gefahr zu bringen, ohne ihnen sagen zu dürfen, warum. Na hoffentlich geht das gut!

Zu Titel, Cover und Klappentext muss ich wohl nicht viel sagen, oder? Ich als alter Weltraumabenteurer, war da natürlich sofort Feuer und Flamme!
Leider konnte mich das Ergebnis nicht ganz überzeugen, aber kommen wir erst zu den Dingen, die mir gut gefallen haben.

Potential? Check! Definitiv vorhanden. Das Setting ist so wie man es sich vorstellt. Eine Welt voller Einzelgänger, in der man nie weiß, wer einen in eine Fall lockt und vor allem zu welchem Preis. Wobei ich mich während des Lesens fragte, warum das eigentlich in Weltraumabenteuern fast immer so eine Mischung aus wildem Westen und Mad Max ist. Ist euch das auch schon aufgefallen? Nichtsdestotrotz ist das alles toll umgesetzt und bildhaft beschrieben. Eine kalte, gefährliche Welt, in der die meisten sich selbst am nächsten sind und Geld alles weitere regelt. Jeder lebt nach dem Motto „Legal? Egal!“ Hauptsache die Kohle stimmt.
Auch gut, wenn auch wieder eher klassisch: die Auswahl der Crew. Keiner erzählt etwas aus seinem früheren Leben, jeder ist auf seine Art ein Mysterium und das soll auch so bleiben. Und natürlich sind die Charaktere komplett unterschiedlich, aber jeder wird auf seine Art gebraucht und respektiert.
Leider setzt aber da auch schon mein erstes negatives Empfinden ein. Die Crew der Keiko setzt sich aus Drift, Jenna, Micah, Apirana, Rourke, Jia und Kuai zusammen, was natürlich -alleine schon quantitativ gesehen- gegen eine tiefere Bindung des Lesers zu jedem Einzelnen spricht. Das würde wohl den Rahmen sprengen. Aber an dieser Stelle ist der Autor für mich dann in Summe doch etwas zu oberflächlich geblieben. Wirklich keiner der Charaktere konnte mir eine Sympathie entlocken, weil sie für mein Empfinden allesamt zu oberflächlich blieben. Dazu kommt, dass mich manche Details noch zusätzlich genervt haben, da sie für mich die Geschichte mehr gestört, als ihr geholfen haben.
Nehmen wir zum Beispiel Jenna. Sie ist die Slicerin der Gruppe. BITTE?? Warum muss man denn für „Hacken“ ein anderes Wort erfinden?
Oder Apirana. Er ist ein Hüne von einem Māori, gefühlt 5x so groß und schwer wie seine Teamkollegen mit einem 10-fachen Umfang. Warum genau muss man das immer wieder erwähnen? Ich glaube spätestens nach dem 3. Mal, hat es jeder verstanden 😉
Was mich jedoch -sorry, dass ich das so formulieren muss- wirklich, wirklich genervt hat, sind die fremdsprachigen Einschübe. Māori, Mandarin, Spanisch, Holländisch… Ich habe mich manchmal gefragt, ob Mike Brooks mehrere Sprachkurse belegt hat und mir dies mitteilen möchte? Es tut mir wirklich leid, aber mit „Der Verkäufer war ein großer Pākehā“ (Zitat Seite 104) kann ich nichts anfangen. Und -ich spreche jetzt nur für mich- ich habe eigentlich keine Lust unter dem Lesen Wörter zu googeln, die mir sagen wollen, dass der Verkäufer in der Sprache der Māori einer der ersten europäischen Siedler Neuseelands ist… Wenn das ein- oder zweimal vorkommt, in EINER Sprache gehalten, ok. Aber sorry, das war mir einfach zu viel.
Vor allem, weil auch dem Übersetzer stellenweise eher umgangssprachliche Formulierungen durchgegangen sind, von denen ich mir vorstellen könnte, dass nicht jeder sie versteht. „Dotzen“ oder „Pesen“ sind zum Beispiel Worte, die ich als eher unglücklich gewählt empfinde.

Ihr seht, leider war ich mit „Dark Run“ nicht so glücklich, wie ich es gerne gewesen wäre. Über manches könnte ich vielleicht hinwegsehen, wenn der Rest für mich gepasst hätte. Leider kam für mich die benötigte und erwartete Stimmung nicht auf. Der Humor war nicht meiner, die Abläufe waren mir etwas zu vorhersehbar und zu trocken konstruiert. Es wollte einfach keine Spannung aufkommen und so liest sich das Ganze dann letzten Endes eher wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Schade, das war leider nicht meins… Aber vielleicht gefällt es euch ja besser, lasst mich gerne an euren Gedanken teilhaben!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here