Herzblut: Du stirbst in meinem Herzen nicht – Eine Geschichte über das Erwachsenwerden

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Quelle: Kosmos

Herzblut: Du stirbst in meinem Herzen nicht 



von Simone Veenstra  


Erscheinungstermin: März 2015
laminierter Pappband
256 Seiten, ab 14 Jahren; 220x145mm (LxB)

ISBN: 978-3440144800 
€/D 12,99 | €/A 13,40 [A] | sFr 16,50 
ebook €/D 8,99 

Verlag: KOSMOS




Zitat:

„Wie lange war ich nicht mehr in Piets Reich gewesen, weil ich Angst hatte vor all den Erinnerungen? Das Gemeine an ihnen war nämlich: Je tiefer man sich in ihnen verlor, desto gewaltiger kam der Schock hinterher. Dann, wenn man wieder auftauchte. Und alles wieder anders war. Wenn man erkannte, dass man nicht einfach die Hand ausstrecken konnte, um die Vergangenheit in die Gegenwart zu zerren. Dass Paps nicht mehr wiederkam“ Seite 47/48


Charaktere:

Mara ist ein junges Mädchen vom Land, das sehr in sich gekehrt lebt. Sie versucht nicht aufzufallen und hegt keinerlei Interesse daran, zu den hippen, coolen Leuten ihrer Schule zu gehören.
Sie liebt ihr beste Freundin Sanna, ihre Freundschaft zu ihr reicht ihr völlig aus. Immer, wenn sie die Trauer, die nach wie vor sehr präsent ist, zu übermannen droht, zieht sie sich zurück und redet eigentlich nur noch mit ihr. Zumindest solange, bis Sanna wieder zu abgelenkt von ihrer Jugendliebe ist…
Zu ihrer Mutter hat sie seit jeher nicht das innigste Verhältnis und das Thema bzgl. des Todes ihres Vaters wird zwischen den Beiden nie angesprochen.

Jonah ist der Neue im Ort. Auch er ist eher nachdenklich, ruhig und traurig, seit er -durch die Beinahe-Trennung seiner Eltern- eine Schuld auf sich geladen hat, die ihn zu zermürben droht. Sein familiäres Leben ist für ihn die Hölle, von Eintracht und Behaglichkeit ist sein Umfeld weit entfernt. So stürzt er sich mit Freuden in die neue Bekanntschaft mit Mara, die ihn zumindest teilweise aus seinem traurigen Dasein erlöst.


Meinung: 

Viel zu früh verliert Mara durch einen Unfalltod ihren Vater Piet, den sie über alles geliebt hat. Angeblich ein Herzinfarkt, aber das will und kann Mara nicht wirklich glauben, zumal auch andere Leute, wie z.B. Piets ehemaliger Chef recht kritisch gegenüber der offiziellen Einschätzung sind. Gerade Piet, der früher Profisportler war und immer penibel auf seine Vitalwerte geachtet hat…
Da ihr niemand diesbezüglich Beachtung schenkt, zieht sie sich in Erinnerungen an ihn zurück, versucht alles, um ihm und seiner Erinnerung so nah wie möglich zu sein. Bis zu dem Tag, an dem direkt neben der Unfallstelle ihres Vaters ein Motorradfahrer unter nahezu identischen Bedingungen verunglückt. Das kann kein Zufall sein, oder? Gemeinsam mit Jonah versucht sie dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und merkt dabei anfangs gar nicht, wie gefährlich das für sie werden könnte.


Der Schreibstil der Geschichte ist recht eingängig, unkomplizierte Sätze und kurze Kapitel ermöglichen einen angenehmen Lesefluss (auch, wenn sich ab und an ebenso außerhalb der wörtlichen Rede ein „Dialektbröckchen“ einschleicht ;)). Das sporadische Einschieben von Kapiteln, die Jonahs Gedanken und Emotionen beschreiben, ermöglichen es uns, tiefer in beide Charaktere einzutauchen.


Soooo und nun zum Rest. Ich muss sagen, eine Bewertung hierzu fällt mir gar nicht so leicht. :/
Ich muss gestehen, dass ich leider nicht so ganz zufrieden bin. 
Erwartet hatte ich, wie es auch auf dem Cover und im Klappentext angekündigt war, einen Thriller. Leider ist die Storyline und der Verlauf für mich persönlich von diesem Genre weit entfernt. Hierfür hat mir schlicht und ergreifend die nötige Spannung und Dramatik gefehlt. 
Also bitte nicht falsch verstehen, es gab sehr wohl Spannung, aber eben nicht so, dass es mich richtig hätte fesseln können. Zumindest dann nicht, wenn die Erwartungen einfach andere sind (erwartet hatte ich einen Thriller, bekommen eher einen ländlichen Krimi). Zumal die erste Hälfte ziemlich viel Zeit auf Umgebungsbeschreibungen und Erläuterungen des Landlebens aufbringt und das, obwohl das Gesamtvolumen mit 256 Seiten sowieso schon nicht so umfassend ist.
Aber deswegen war es natürlich noch lange kein schlechtes Buch 😉 Süß war die Anbahnung der Emotionen und die damit ebenso auftretenden Probleme, Missverständnisse, etc. allemal und auch die „Ermittlungsarbeit“ der Beiden war interessant zu verfolgen. Vor allem die Verstrickungen und die Details zu den Dorfbewohnern, die einen ab und an auch mal auf eine falsche Fährte locken, machen das Buch lesenswert.


Wer also Lust hat, auf eine jugendliche Liebesgeschichte mit kriminalistischem Hintergrund, der ist hier meines Erachtens genau richtig 😉 


mein Fazit: 
                                 3 von 5 Sternen

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