[Rezension] Lu – Wir sind Familie

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von Jason Reynolds

Originaltitel: LU
Originalverlag: Atheneum, 2018
Deutsch von Anja Hansen-Schmidt

Erscheinungstermin: 24. Mai 2019
Hardcover, 240 Seiten, ab 12 Jahren
Deutsche Erstausgabe

ISBN: 978-3-423-64047-3
14,95 € [DE], 15,40 € [A]
ebook D & A: 12,99 €

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: dtv

 

der Autor:

Jason Reynolds studierte Literaturwissenschaften an der University of Maryland. Seine Bücher wurden von der Presse hochgelobt und vielfach ausgezeichnet. In den USA gehört er zu den neuen Stars in der Jugendbuchszene. Zuletzt war Jason Reynolds mit seinem Roman „Ghost“ unter den National Book Award Finalists, in Deutschland erhielt er den Luchs des Jahres von DIE ZEIT und Radio Bremen. Jason Reynolds lebt in Washington D.C.

Klappentext:

Im Team die Welt verbessern…
Es ist nicht leicht, wenn man als Schwarzer eine ganz weiße Hautfarbe hat. Lu ist Albino und wird in der Schule gehänselt. Aber die Mannschaft unterstützt ihn. Längst ist Lu einer der Selbstbewusstesten auf der Aschenbahn und darüber hinaus. Fancy Klamotten trägt er und hat immer einen coolen Spruch auf der Lippe. Die Sprache verschlägt es ihm, als er erfährt, dass er ein kleines Schwesterchen bekommt. Und er darf den Namen des Kindes auswählen. Wie hart es im Leben dagegen manchmal zugeht, hat Lu durch seinen Vater gelernt. Der war als junger Mann Drogendealer und arbeitet heute in der Prävention. Es gilt Fehler wiedergutzumachen, und Lu hilft seinem Vater dabei, denn dafür ist Familie da.“

Meinung:

Als junger Schwarzer, ist das Leben schon nicht immer leicht. Noch schwieriger wird es jedoch, wenn man dazu noch ein Albino ist.

Zum Glück hat Lu sich seinen Platz unter seinen Lauffreunden und in seiner Familie bereits gesichert und steht quasi schon mit beiden Beinen mitten im Leben.
Doch dann werfen ihn eine sowohl gute, als auch eine schlechte Nachricht ein bisschen aus der Bahn. Und eigene Dämonen gilt es als Jugendlicher ja sowieso immer zu bekämpfen, oder?

„Lu“ ist bereits der vierte Band in der Lauf-Reihe, und somit quasi der Abschluss in Jason Reynolds Quadrilogie/Tetralogie, entsprechend neugierig war ich darauf, wie er die Reihe auslaufen lässt.

In gewohnt eingängigem, jugendlichem Schreibstil erzählt er uns von Lu, seiner Familie und alten Bekannten. So findet hier manche Geschichte seinen Abschluss.
Ein bisschen unrunder war das Ganze für mich, da Lu ja eher der Coole ist. Seinen Wortspielereien haben mir persönlich jetzt nicht immer so zugesagt, aber nun gut.

Sehr schön fand ich hingegen das wiederholte Aufgreifen von wichtigen Themen wie Freundschaft und Familie, aber auch das Thema Vorbildfunktion und die damit zusammenhängende Entscheidungen, was richtig und was falsch ist.
OK, zugegeben. Manchmal ist Lu dann doch etwas extrem reif und vernünftig für meinen Geschmack, aber es würde ja auch nicht zur Reihe passen, wäre dem nicht so.

Zusammenhalt und Integrität werden hier groß geschrieben, Lu lebt quasi für das Laufen, seine Freunde und seine Familie. Das berührt beim Lesen natürlich, wobei der Umgang miteinander -gerade innerhalb der Familie-manchmal etwas extrem harmonisch und auch kindisch auf mich wirkt.
Aber egal, die Message stimmt jedenfalls und macht beim Publikum, das ich doch eher im jüngeren Bereich sehe, bestimmt guten Eindruck und sorgt für sympathische Lesestunden, die ein bisschen Stoff zum Nachdenken zurücklassen.

Auch wenn „Lu“ in meinen Augen etwas ruhig ist und ein bisschen mehr Story vertragen könnte, ist es ein guter Abschluss einer wichtigen Reihe über Menschen mit harten Schicksalen, Randgruppen, u.Ä. und ihren ganz eigenen Dämonen.

Einfach lesens- und liebenswert!

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