[Rezension] Niemalswelt

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von Marisha Pessl

Originaltitel: Neverworld Wake
Originalverlag: Delacorte Press, New York, 2018
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann

Erscheinungstermin: 22. Februar 2019
Hardcover, 384 Seiten
ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-551-58400-7
€ (D) 18,00 | € (A) 18,50
ebook € 12,99

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: Carlsen

die Autorin: 

Marisha Pessl stammt aus Asheville, North Carolina, und lebt mittlerweile in New York. Ihr Debütroman Die alltägliche Physik des Unglücks wurde ein internationaler Bestseller, hat diverse Preise gewonnen und ist von der New York Times als eines der 10 Best Books of the Year ausgewählt worden. Niemalswelt ist ihr erstes Buch für Jugendliche und junge Erwachsene. Mehr über Marisha auf MarishaPessl.com und auf Facebook, Twitter und Instagram.

Klappentext:

„Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen – bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt. Der Schlüssel zur Entscheidung scheint Jims Tod zu sein – in ihrer Verzweiflung beginnen die Freunde nachzuforschen, was wirklich mit ihm passiert ist, in jener Nacht, in der er in den Steinbruch stürzte. Und langsam wird klar, dass sie alle etwas zu verbergen haben …“

Meinung:

Seit des plötzlichen und vor allem ungeklärten Todes ihrer großen Liebe im letzten Jahr, hatte Bee keinen Kontakt mehr zu ihrer gemeinsamen Clique von damals.
Doch heute ist sie soweit. Heute will sie zu ihnen, um endlich herauszufinden, was damals wirklich geschah. Denn sie weiß, dass jeder von ihnen Geheimnisse hat.
Es könnte alles so einfach sein, wenn sie sich nicht plötzlich in der Niemalswelt wiederfinden würden, gefangen zwischen Leben und Tod. Mit dem Wissen, dass nur einer von ihnen überleben wird und sie alles gemeinsam entscheiden müssen, wer das letztendlich sein wird…

Als dieses Buch angekündigt wurde, war ich sofort Feuer und Flamme. Deklariert als eine Mischung aus Psycho-Thriller, Coming-of-Age und Mystery, konnte es meine Neugier sofort wecken. Und ich kann offenen Herzens sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde.
Jede der drei Genres ist zur Genüge vorhanden, und zusammen ergeben sie ein wirklich rundes Konstrukt, das mich von der ersten bis zur letzten Seite perfekt unterhalten hat.

Zum einen haben wir das Konstrukt der fünf Personen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Die heilige Bee, der nerdige Cannon, der sensible Kip, die wütende Whitley und die intellektuelle Marta, die zusammen eine wirklich gelungene Mischung ergeben. Sie sorgen für eine gelungene Prise Humor und Unterhaltung, jedoch aber auch Stoff zum Nachdenken, denn sie haben auch alle ihre Eigenheiten und Schattenseiten. Und glaubt mir: gefangen in der Ewigkeit mit dem Wissen, dass nur einer entkommen wird, bringt nicht gerade die besten Eigenschaften der Menschen zu Tage.
Und dann ist da ja auch noch der Wächter. Der sie führen und ihnen beistehen soll. Und ja, der sie natürlich auch regelmäßig daran erinnert, dass eine Abstimmung bevorsteht, bevor der jeweilige Tag in Manier von „Täglich grüßt das Murmeltier“ wieder von vorne beginnt. Ach ja… Was könnte ich alles lesen, wenn ich mich in einer Zeitschleife befände… Die Tatsache, dass dieser Wächter eine Mischung aus den fünf Charakteren darstellt, sorgt letztlich auch für den ein oder anderen Schmunzler 😉

Zum anderen hat die Autorin eine wirklich faszinierende Atmosphäre geschaffen – voller Überraschungen, Abwechslung und vielen Emotionen. Beklemmung, Mut- und Trostlosigkeit, gepaart mit dem bereits erwähnten Humor treffen auf Paranoia und eine unerträgliche Einöde und lassen so ein dunkles, bedrohliches Setting entstehen, in dem die Jagd auf die Lösung des Rätsels und das Aufdecken dunkler Geheimnisse richtig, richtig Spaß macht.

Für mich ist „Niemalswelt“ ein absolutes Highlight, das mich komplett in eine andere (Niemals-) Welt versinken ließ.
Hut ab, ich geh jetzt auf die Suche nach anderen Büchern der Autorin!

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