[Rezension] Das gestohlene Kind

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von Tamer Bakiner

Erscheinungstermin: 02. Dezember 2019
Paperback,
368 Seiten,
True-Crime-Thriller;

ISBN: 978-3-426-52520-3
€ (D) 14,99 | € (A) 15,50
ebook € (D) 12,99

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: Knaur TB


 

 

der Autor: 

Tamer Bakiner ist einer der erfolgreichsten Wirtschafts- und Privatermittler in Deutschland. Seinem ersten True-Crime-Thriller liegt ein Fall von Kindes-Rückführung zugrunde, den er vor einigen Jahren erfolgreich gelöst hat. Tamer Bakiner ist außerdem Autor des SPIEGEL-Bestsellers »Der Wahrheitsjäger«, in dem er über seine spannendsten Fälle berichtet und den Leser in die Schattenwelt der Wirtschaftskriminalität entführt.

Klappentext:

„Kindes-Rückführung aus Thailand:
ein dramatischer, actionreicher True-Crime-Thriller von Privat-Ermittler Tamer Bakiner, der auf einem wahren Fall basiert.

In der Ehe von Alexander Bergmann und seiner thailändischen Frau Suna stehen die Zeichen auf Sturm. Immer öfter zieht es Suna in ihre Heimat; immer weniger interessiert sie sich für Alexander und sein Leben. Eines Tages ist Suna spurlos verschwunden – und mit ihr die kleine Elara, ihre gemeinsame Tochter.
In größter Verzweiflung bittet Alexander eine Freundin, die Psychologin Florentine Fuchs, um Hilfe. Als er unangemeldet in ihre Praxis stürmt, sitzt dort ihr neuester Klient, ein Mann, dem sie gerade mühsam klarzumachen versucht, dass jeder einmal eine Ruhepause braucht. Es ist Privatermittler Malik Martens – seines Zeichens Spezialist auf dem Gebiet der Kindes-Rückführung.
Malik zögert nicht lange. Er nimmt sich des Falles an und ahnt noch nicht, dass er all sein Können, all seine Erfahrung und schließlich auch Florentines spezielle Fähigkeiten brauchen wird, um die kleine Elara aufzuspüren. Doch das ist erst der Beginn …“

Meinung:

Ich stehe ja bekanntlich auf True-Crime-Thriller. Ich finde, dass Geschichten nochmal einen ganz besonderen Drive bekommen, wenn wahre Begebenheiten und Erfahrungen zu Grunde liegen.
Gerade das von Tamer Bakiner gewählte Thema Kindesentführung ist natürlich ein sehr brisantes, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.

Erzählt wird der Fall der kleinen Elara, die von ihrer Mutter nach Thailand zu ihren Großeltern gebracht wird – natürlich ohne das Wissen und Einverständnis des Vaters.
An sich ein spannendes Thema mit viel Mitfieberpotential – das für meinen Geschmack jedoch leider nicht genutzt wurde.
Der Autor verliert sich ein bisschen in dem Drumherum – Maliks aktueller Fall der Produktpiraterie, die Falle in die er tappt, Vorgeschichten zu einzelnen Charakteren, usw. Effektiv haben diese Nebenschauplätze für mein Empfinden mehr Platz eingenommen als der Plot, wegen dem ich dieses Buch lesen wollte. Zusätzlich haben mich diverse Beschreibungen von baulichen Begebenheiten, Möbeln, Landschaft und Wetter, sowie Erwähnungen von Spitznamen, Motorrädern, Treuetests, und, und, und… mit der Zeit leider etwas genervt. Ich habe gefühlte 1.000.000 Details erhalten – die tatsächliche Geschichte um Elara, sowie ihrer gewollten Rettung fing für mein Empfinden erst ab ca. 250 Seiten an. Bis dahin war es für mich eher ein Plätschern, denn ein Thriller, sorry. Und selbst mit dem Showdown konnte ich mich nicht anfreunden. Mir hat einfach die Action, Spannung und Abwechslung gefehlt, für mich erweckte dieser Abschluss eher den Eindruck einer Aufzählung. Ich habe einfach die Höhen, Tiefen oder auch nur unvorhergesehene Wendungen vermisst und habe mich des Öfteren beim Querlesen erwischt – etwas, das ich normalerweise gar nicht mache.

Auch mit dem Schreibstil konnte ich mich leider nicht anfreunden. Zwar war der Aufbau mit den wechselnden Schauplätzen und den kurzen Kapiteln schön, aber die meisten Charaktere blieben mir zu oberflächlich und stereotyp – ich wusste oftmals einfach nicht, ob die aktuell beschriebene Person jetzt wichtig für die Handlung war, ob ich mir den Namen merken muss, oder nicht.
Und ein weiteres Mal muss ich mich wohl entschuldigen – die meisten Personen hätte es für meinen Geschmack effektiv nicht gebraucht.
Dazu kommt, dass ich auch mit dem Humor nicht klar kam. Kleine Zoten zur Auflockerung, Witze bei Begrüßungen oder gar Wortspiele -ich sag nur „ohne Wenn und Aber“ habe ich zwar verstanden, aber einfach nicht lustig gefunden.

Es tut mir wirklich leid, aber „Das gestohlene Kind“ und ich wurden leider keine Freunde. Mit einer Deklaration als „Roman“ anstelle eines „Thrillers“ hätte ich vielleicht eher leben können, aber sorry, so war das echt nicht meins. Zu wenig Spannung, zu wenig Thrill und einfach viel zu viel Nebenstory und für mich nicht passenden Input, damit konnte ich leider nichts anfangen, sorry!

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