[Rezension] Der dunkle Kreis

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von Mattias Leivinger und Johannes Pinter

Originaltitel: De Mörkermärkta
Originalverlag: Piratförlaget, Stockholm 2017
aus dem Schwedischen von: Annika Ernst

Erscheinungstermin: 09. März 2018
Klappenbroschur
400 Seiten, ab 18 Jahren,

ISBN:978-3038800095
€ 18,00 [D] | € 18,50 [A]

Verlag und Quelle für Bild sowie Klappentext: Arctis

 

Klappentext:

„Eine Mordserie überschattet Stockholm. Am Tatort begegnet Kommissarin Iris Riverdal dem Mörder, kann ihn aber nicht überwältigen. Nach und nach erkennen Iris und ihr Ermittlerteam, dass die Opfer einem Kreis von Menschen mit besonderen Fähigkeiten angehörten. All jene, die noch am Leben sind, müssen von nun an den Kampf gegen die unbekannte, dunkle Bedrohung aufnehmen. Und Iris erkennt, dass die Dunkelheit auch ein Teil von ihr selbst ist. Spätestens als ihre eigene Mutter tot aufgefunden wird.“

Zitate:

„Er hasst Tiere. Und kleine Kinder.“ Seite 10

„Sie wollte beschützen, helfen und die Dunkelheit verdrängen, um dem Licht Platz zu schaffen.“ Seite 45

„Wie viele Dimensionen kann die Dunkelheit haben, Wie tief kann Düsternis sein?“ Seite 57

Meinung:

In Stockholm finden mehrere Morde statt, die die Polizei vor ein Rätsel stellen. Nicht nur, dass kein Motiv zu erkennen ist, auch die Ermittler agieren irgendwie anders, als normal. Aber was ist da los? Und was hat es mit dem mysteriösem Mann auf sich, der mit einer ganzen Ladung Handspiegel im Koffer reist?

Als ich das erste Mal von diesem Buch gehört habe, wusste ich bereits, dass ich es definitiv lesen muss. Zumal er mir als „für Fans des Übernatürlichen“ angepriesen wurde. Ich muss sagen, dass mich das Ergebnis in vielerlei Hinsicht überrascht hat.

Fangen wir doch mit dem Schreibstil an. Abgesehen von einem sehr gewöhnungsbedürftigen Satz mit einem Lötkolben auf Seite 59, bei dem ich mir unsicher bin, ob es an der Übersetzung liegt, oder die Schweden einfach seltsame Sprichwörter haben, und ein paar einzelnen Wörtern (oder sagt euch der Begriff „Welpenschlingel“ etwas?), ist er flüssig und angenehm zu lesen.
Die Autoren vermeiden hierbei -vermutlich bewusst- eine Ich-Perspektive, deshalb blieb die Hauptperson Iris trotz menschlicher Details und Vorgeschichte für meinen Geschmack etwas zu blass. Alles in allem betrachtet, wäre es vermutlich jedoch nicht anders gegangen, denn die Geschichte wird in vielen unterschiedlichen und auf den ersten Blick weitestgehend zusammenhangslosen Strängen erzählt – vermutlich um Spannung aufzubauen, da man ja in der Regel wissen möchte, wie es als nächstes im aktuellen Strang weitergeht. Leider sind sie für meinen Geschmack jedoch ein kleines bisschen über das Ziel hinausgeschossen, so dass ich die ersten drei viertel des Buches als eher langwierig empfand, da für mich die sich gerade aufbauende Spannung immer etwas ausgebremst wurde. Für meinen Geschmack wären ein paar Sichtweisen weniger effektiver gewesen.

Sehr gut hingegen gefällt mir das Gesamtkonstrukt, das von Seite zu Seite runder wird, da man die Zusammenhänge nach und nach immer besser versteht. Selbst die Aspekte, die zu Beginn die meisten Fragen aufwarfen, passen irgendwann perfekt ins Bild.
Auch die übernatürliche Komponente passt für meinen Geschmack sehr gut ins Konzept -z.B. ist die Vorstellung, dass mir jemand seinen Willen durch reine Gedankenübertragung aufzwingen könnte, schon spooky, oder???-, wobei die Idee mit der „Zombiepaste“ für mein Empfinden dann doch etwas drüber war. Ja, da darf sich jetzt jeder seine eigenen Gedanken dazu machen 😉

Paranormale Fähigkeiten, Schmerz, Dunkelheit und das ein oder andere düstere Geheimnis erschufen ein gelungenes Szenario, das für meinen Geschmack jedoch leider erst im letzten Viertel richtig zur Geltung kam. Die Grundidee finde ich sehr gelungen, jedoch geht sie im Verlauf etwas unter. Schade, denn das Ende des Buches zeigt, dass es sich eindeutig um verschenktes Potential handelt, da man deutlich  sieht, dass die beiden Autoren es definitiv besser können! Vielleicht mussten sie sich aber auch erst aufeinander einspielen? Man wird sehen, denn das Ende schreit ja förmlich nach einer Fortsetzung. Sollte es eine geben, wäre ich auf jeden Fall dabei, falls Band 2 in der Güte weiterginge, mit der Band 1 endete. Sehr spannend und nervenaufreibend!

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