[Rezension] [In Zusammenarbeit] Palm Beach, Finland

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von Antti Tuomainen

Originaltitel: Palm Beach, Finland
Originalverlag: Like, Helsinki 2017
Aus dem Finnischen von Niina Katariina Wagner & Jan Costin Wagner

Erscheinungstermin: 22. Januar 2019
Hardcover mit Schutzumschlag
368 Seiten,

ISBN: 978-3-498-06556-0
€ 20,00 (D)
ebook € 16,99 [D]

Hörbuch Spieldauer: 10 Std. und 2 Min.
Sprecher: James Lailey
Hier bei audible zu finden

 

Verlag und Quelle für Bild, Autorenbeschreibung sowie Klappentext: Rowohlt Hundert Augen 

der Autor: 

Antti Tuomainen, Jahrgang 1971, ist einer der angesehensten und erfolgreichsten finnischen Schriftsteller. Er wurde u.a. mit dem Clue Award, dem Finnischen Krimipreis ausgezeichnet, seine Romane erscheinen in über 25 Ländern. Antti Tuomainen lebt mit seiner Frau in Helsinki.

Klappentext:

„Eine Kleinstadt im finnischen Nirgendwo. Der neue Investor hat den Ort in „Palm Beach, Finnland“ umgetauft, warum auch nicht? Alles erinnert an „Miami Vice“ und „Baywatch“: Die Namen der farbenfroh überstrichenen maroden Hütten, die hautengen Badeanzüge der Rettungsschwimmer, das überdimensionale Werbebanner am Ortseingang. Davon abgesehen unterscheidet sich das Küstennest kaum von den anderen traurigen Badeorten der Umgebung.
Olivia Kosk ist nach gescheiterter Ehe gerade erst zurückgekehrt, um als Surflehrerin neu anzufangen, als sie einen fremden Mann in ihrer Küche auffindet. Ermordet. Obendrein auf ziemlich unschöne Weise.
Weil die Polizei vor Ort den Fall nicht lösen kann, wird Jan Nyman, verdeckter Ermittler der finnischen Polizei, in das kuriose Ferienparadies entsandt. Getarnt als urlaubender Mathelehrer soll er herausfinden, was sich tatsächlich zugetragen hat. Sein Chef hat ihn zu einem Surfkurs bei Olivia verdonnert, der Hauptverdächtigen, und Nyman spürt schnell, dass er sich zu ihr hingezogen fühlt. Dass sie dringend Geld für die Renovierung ihres Hauses benötigt, rückt Olivia allerdings in ein ziemlich zweifelhaftes Licht. Aber Geldsorgen haben in Palm Beach, Finnland anscheinend alle. Und dann tritt auch noch ein Auftragskiller auf den Plan. Es ist der Bruder des Toten aus Olivias Küche. Und er will sich rächen.“

Meinung:

Ein zufälliger Genickbruch, eine Ferienanlage im 80er-Jahre Strandlook und jede Menge trockener Humor. Damit konnte auch das zweite Buch, das ich von Antti Tuomainen lesen durfte, mich absolut hinter dem Ofen vorlocken.
Schon „die letzten Meter bis zum Friedhof“ hat mit ein paar gelungene Lesestunden beschert, sein neues -und zugegeben sehr pinkes- Werk „Palm Beach, Finland“, gefiel mir jedoch noch ein Ticken besser.
Zum einen kommen Fans des trockenen, schwarzen und für meinen Geschmack sehr gut pointierten Humor auf ihre Kosten. Ich habe beim Lesen tatsächlich oft geschmunzelt, viel gelacht und manche Szenen hatte ich bildlich vor Augen.
Nehmen wir zum Beispiel die beiden Bösewichte, die sich schon beinahe slapstickartig durchs Geschehen hangeln, ohne auch nur ein Fettnäpfchen auszulassen. Die beiden sind zwar die absoluten „Loser-Ganoven“, jedoch nicht ohne dabei die Herzen der Leser zu gewinnen und -noch wichtiger- dies auch noch in einem absolut charmanten Rahmen tun. Ich hatte ehrlich gesagt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass das Gelesene jetzt zu übertrieben gewesen wäre, zu kindisch oder ähnliches. Für mich war die gewählte Prise Humor gerade richtig, zumal sie durchaus mit ernsteren Themen wie Mord, Explosionen usw. wieder ziemlich relativiert werden. Ich empfand das jedenfalls eine gelungene Mischung.

Zum anderen finde ich ebenso die Wahl gelungen, das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen. So sehen wir zum Beispiel die Gedankengänge des Ermittlers -z.B. wo er falsch liegt und wo richtig-, aber auch der Oberschurke, das Opfer und so manch anderer kommt zu Wort. Und mit jeder gelesenen Seite wird die Geschichte runder, stimmiger, aber natürlich auch spannender. Was man dabei jedoch bedenken sollte ist, dass dieses Detail das Buch für mich zu einer Geschichte werden lässt, die man nicht einfach nebenbei lesen kann. Durch die recht ungewohnten nordischen Namen und die Anzahl der unterschiedlichen Charaktere, zu denen einige noch zusätzlich Decknamen besitzen, hätte ich die Personen vermutlich nicht mehr auseinanderhalten können, wenn ich das Buch in zu kleinen Etappen gelesen hätte. Aber das ist ja jetzt wirklich rein subjektiv.

Für mich ist „Palm Beach, Finland“ ein wirklich gelungenes Werk von einem Mann, von dem ich gerne viel öfter etwas lesen würde :o)

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